Meer Hochzeit – Cervia

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Kein Einwohner Cervias, würde, aus welchem Grund auch immer, sich an Christi Himmelfahrt aus Cervia entfernen. Es ist ein enges Band, das die Cerveser an ihr wichtigstes Fest bindet und nicht grundlos ist es eines der wenigen Feste in Italien, das seit 550 Jahren ohne Unterbrechung (nicht einmal durch Kriegszeiten) gefeiert wird.

DER RITUS:

In der Hälfte des Nachmittags bewegt sich dann die Menschenmenge, angeführt vom Klerus und den höchsten zivilen und militärischen Autoritäten von der Piazza Garibaldi entlang der Viale Roma in Richtung Hafen. Haben sie diesen erreicht, steigen sie dann auf Fischerboote um. Dabei formen sie einen Konvoi aus Booten jeglicher Größe, gefolgt von den fröhlichen Zurufen der an den Molen zurückgebliebene Menschenmasse. Wenige hundert Meter vom Hafen entfernt, formieren sich die Boote im Kreis. Im Wasser befindet sich eine Gruppe junger Männer, immer in der Nähe des Bootes mit dem Bischof, der einen Ring, an dem ein rotes Band befestigt ist, ins Wasser werfen wird. Dies jedoch erst, nachdem er die traditionelle Formel gesprochen hat, welche da lautet: „Segne, oh Herr, das Adriatische Meer, das die Cerveser und diejenigen die mit ihnen zu tun haben, mit ihren Schiffen, als der venezianische Kardinal Pietro Balbo, Bischof befahren…..segne diese Wasser, die Schiffe, die sie durchqueren, die Ruderer und Steuermänner, die Männer und die Ware…” Sofort machen sich die energischen jungen Männer auf die Suche nach dem Ring, der meist innerhalb von wenigen Sekunden aus dem Wasser gefischt wird, nicht ohne auf den “männlichen” Wettkampf zu verzichten. Die Weissagung eines guten Fischfangs hängt von der Schnelligkeit ab, mit der der Ring wieder ans Tageslicht befördert wird, während das Verlorengehen des Ringes, was nur in den seltensten Fällen vorkommt, sieben Jahre Unglück bedeutet. Es sei Ihrer Vorstellung überlassen, welche düsteren Voraussagungen von den Ältesten gemacht wurden, als vor einigen Jahren, der Ring von der einzigen Frau beim Wettkampf ergattert wurde. Ist der Ring gefunden, so kehrt man mit laut heulenden Sirenen in den Hafen zurück und der Sieger wird bis tief in die Nacht gefeiert. Der Abend geht, entlang den fröhlichen Tischen am Hafen weiter und man kann noch die “Cuccagna” bewundern, ein weiterer Wettkampf, bei dem die Kontrahenten einen fettbeschmierten, übers Wasser ragenden Mast erklimmen müssen.

DIE LEGENDE:

Es war im Laufe des Jahres 1445, genau an Christi Himmelfahrtvon Cervia über das Meer aus Venedig zurückkehrte, wo er einige delikate Staatsangelegenheiten zu schlichten hatte. Plötzlich wurde das Boot, auf dem er sich befand, von einem wilden Sturm erfasst. Der Bischof war schon fast verloren, als er Gebete zum Himmel sandte und das Wasser segnete, in das er letztendlich seinen Bischofsring warf. So plötzlich, wie der Sturm aufkam, legte er sich wieder und der Bischof und das kleine Gefolge erreichten gesund und lebend den Hafen. Ab diesem Tag, führt der Bischof, als Zeichen der Dankbarkeit, die Zeremonie der Meereshochzeit durch.

Die Realität

Wahrscheinlich wollte der junge Kardinal, Abkomme einer mächtigen venezianischen Familie und Neffe des Papstes Eugenio der IV (er selbst sei dann Papst mit Namen Paolo der II geworden) eine typische Zeremonie seiner Heimatstadt näher bringen. Natürlich war das Fest in Cervia viel bescheidener, aber im Gegensatz zu Venedig, wo der Brauch nach dem Fall der “Serenissima” verloren ging, hielt er sich hier bis zum heutigen Tag. Heute ist die Meereshochzeit zwar immer noch ein religiöses Fest, aber es hat auch die Funktion der Saisoneröffnung für die Touristen übernommen, der noch eine Woche voller Veranstaltungen und Aufführungen vorausgeht.

Für alle Event-Informationen finden Sie auf der Internet-Seite.

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